Kirche St. Nikolaus

Die Kirche St. Nikolaus

Die kleine romanische Chorturmkirche des ausgehenden 12. Jahrhunderts stand ursprünglich an einer wichtigen Wegkreuzung in Latsch. Sie misst 6m x 9m im Langhaus und 3,7m x 4.5m im Altarraum, über den sich der Chorturm erhebt. Seit Beginn des 13. Jahrhunderts war sie im Besitz des Johanniterordens. 1326 wurde die Kirche erstmals urkundlich erwähnt. In einem Visitationsprotokoll von 1638 wird von einer Flachdecke aus Holz im Kirchenschiff berichtet. Diese wurde später durch das jetzige Tonnengewölbe ersetzt. 1782 wurde sie unter Joseph II profanisiert und seither nicht mehr als Kirche benutzt. 1811 erfolgte der Verkauf an die Gemeinde Latsch. Ab 1879 diente sie als Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr. Dafür wurde an der Ostseite des Glockenturms ein großes Spitzbogentor ausgebrochen, welches bei den Sanierungsarbeiten aber wieder zugemauert wurde. Die Sakristei wurde anlässlich der Straßenerweiterung im Jahre 1883 abgetragen.

An der Südseite haben sich Fragmente von Wandmalereien erhalten. Die Kreuzabnahme Christi ist romanischen Ursprungs. Die Christophorus-Darstellung ist typisch für den Standort an einer Landstraße. Ein weiteres Fresko ist dem Kirchenpatron Sankt Nikolaus gewidmet. Stilistisch sind die beiden Wandmalereien dem ausgehenden 14. Jahrhundert zuzuordnen. Die Wahl des Patroziniums des Hl. Nikolaus wird vielfach mit Wassergefahren in Verbindung gebracht. Die Darstellung des segnenden Kirchenpatrons Hl. Nikolaus an der Südfassade steht in erster Linie als Fürsprache für Pilger und Reisende. Früher wies auch das Kircheninnere Wandmalereien auf. Anton Roschmann berichtete nach einem Besuch der Kirche 1740 von Ornamenten und Tiergestalten. Seine Skizze der Südansicht hält zwei romanische Fensterchen fest. Die heutigen großen Rundbogenöffnungen wurden zu einem späteren Zeitpunkt ausgebrochen. Das spät-gotische Spitzbogenportal dürfte eine ältere romanische Rundbogenöffnung ersetzt haben. Von der Innenausstattung ist nur ein Renaissancealtar aus der Zeit um 1600 erhalten. Seit 1980 wurden umfassende Restaurierungsmaßnahmen an dem Kirchlein in Angriff genommen. 1985 erfolgen eine Neueindeckung, die Anlage eines Drainagegrabens und der Neubau der Umfassungsmauer, anschließend Innen-und Außenrestaurierung. Im Jahr 2009 wurde wegen der anhaltenden Feuchtigkeit ein neuer, tieferer Drainagegraben ausgehoben, das ursprüngliche Niveau wiederhergestellt und eine neue Umfassungsmauer errichtet. Der Latscher Ehrenbürger Dr. Prof. Manfred Fuchs stiftete 2008 ein Fenster mit einer Nikolausdarstellung. Das Fenster wurde vom Künstler Robert Scherer gestaltet. 2016 wurde die Kirche innen vollständig saniert. Dabei wurden auch über der Tür im Innenraum Fresken freigelegt. Seit 2017 ist die Ausstellung „Der Latscher Menhir“ in der Nikolauskirche beheimatet.

Dolch
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Terra Raetica

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