Das Projekt

Das Projekt

Im Jahre 2006 besichtigte der Heimatpflegevereine (HPV) Latsch im Rahmen seiner Vollversammlung die Nikolauskirche, bemerkte man sofort, dass die Kirche sich in keinem guten Zustand mehr befand. „Nachdem es schließlich auch unter anderem unsere Aufgabe ist, Latscher Kulturgut zu bewahren, machten wir uns an die Arbeit, wenngleich wir damals noch nicht wussten, um welch großes Projekt es sich schlussendlich handeln sollte. Anfangs wollten wir die Nikolauskirche eigentlich nur vor dem Verfall retten“, so der ehemalige Obmann Hannes Gamper.

Der HPV legte zuerst einmal selbst Hand an und befreite den Innenbereich vom gesamten Schimmel. Nach einer ersten Bestandsaufnahme, wurde dem Latscher Verein klar, dass man für diese Aufgabe eine eigene Arbeitsgruppe benötigen würde, um die normale Tätigkeit des HPV Latsch parallel weiteführen zu können. Neben Hannes Gamper, der treibenden Kraft dieses Projektes, wurden der amtierende Obmann Joachim Schwarz, der Gemeindereferent Mauro Dalla Barba und der Latscher Architekt Klaus Marsoner dafür eingesetzt. In Absprache mit dem Denkmalamt stellte man sich zuerst einmal die Frage, welchen Zweck die Kirche in Zukunft erfüllen sollte. Da die Kirche seit dem Jahre 1811 Eigentum der Gemeinde ist, stellte man das gemeinsam erarbeitete Projekt dem Gemeinderat vor und erhielt dort den einstimmigen Auftrag zur Sanierung der Kirche. Das erste Baulos umfasste die Trockenlegung, die Absenkung des Eingangsbereiches in die ursprüngliche Tiefe und die Sanierung der Außenmauern. Wegen der anhaltenden Feuchtigkeit musste ein neuer, tieferer Drainagegraben ausgehoben und eine neue Umfassungsmauer errichtet werden. Durch Landesbeiträge, Spenden des gegründeten Vereines „Freunde der Nikolauskirche“ und der Unterstützung der Stiftung der Südtiroler Sparkasse konnte das Vorhaben komplett finanziert werden.

Der Latscher Ehrenbürger Manfred Fuchs stiftete 2008 ein Fenster mit einer Nikolausdarstellung. Das Fenster wurde vom Künstler Robert Scherer gestaltet und stellt eine ungeheure Aufwertung der Nikolauskirche dar. Erst 2016 wurde die Kirche dann auch innen vollständig saniert. „Im Innenraum wurden Fresken freigelegt und über dem alten, bestehenden Boden eine Stahlverkleidung samt Belüftungsanlage eingebaut. Diesbezüglich haben uns unter anderem die Raiffeisenkasse Latsch, das Denkmalamt, die Familie Fuchs, die Fraktion Latsch und nicht zuletzt auch die Gemeindeverwaltung finanziell unter die Arme gegriffen. Am Ende beliefen sich die Gesamtkosten dieses aufwendigen Projektes auf 180.000,00 Euro“, gibt Hannes Gamper Auskunft. Zu diesem Zeitpunkt war auch bereits der Entschluss gefallen, den Latscher Menhir in der Nikolauskirche auszustellen. Der HPV machte sich bereits seit Jahren Gedanken darüber, wo und wie der Latscher Menhir am besten präsentiert werden könnte. Der Heimatpflegeverein hat sich dann zusammen mit der Gemeindeverwaltung und der Pfarrei dazu entschlossen, dass in der sanierten Nikolauskirche das passende Ambiente herrscht, um diesen wertvollen Menhir auszustellen. Seit Juni 2017 ist die Ausstellung „Der Latscher Menhir“ deshalb in der Nikolauskirche beheimatet. Diese wurde übrigens mit Mitteln des EU-Förderungsprogrammes INTERREG V – ITA-AUT im Rahmen eines Kleinprojektes der CLLD-Strategie verwirklicht. Partnereinrichtung ist das Archäologie Museum in Fließ, mit dem Latsch gemeinsam einen Teil des „Kultes und Leben der Urgeschichte“ aufarbeitet und vermittelt. (Text von Rudi Mazagg aus der Zeitung „InfoForum“ Latsch)

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